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KAPITELAUSWAHL
| 1. Einleitung | 13. Herzinfarkt |
| 2. Historischer Hintergrund | 14. Hämorrhoiden |
| 3. Toiletten im Altertum | |
| 4. Sieben Vorteile plus Diagramme |
16. Prostataleiden |
| 5. Appendizitis | |
| 6. Harnblaseninkontinenz | |
| 7. Kolitis und Morbus Crohn | |
| 8. Darmkrebs | 20. Fazit |
| 9. Verstopfung | |
| 10. Vergiftung des Dünndarms | |
| 11. Divertikulose und Hernien, Hiatushernie und Refluxösophagitis |
23. Befürworter |
| 12. Gynäkologische Störungen (wie Endometriose / Gebärmutterentfernung / Becken-organvorfall / Rektozele / Gebärmutterfibrom) | |
25. Quellenangaben |
Der Mensch hat, ebenso wie seine Artgenossen aus dem Reich der Primaten, schon immer die natürliche Hocksitzhaltung zur Darmentleerung verwendet. Babies und Kleinkinder jeder Kultur haben instinktiv diese Haltung eingenommen, um sich zu entleeren. Auch wenn dies für jemanden, der praktisch sein gesamtes Leben ohne diese Erfahrung zugebracht hat, seltsam erscheinen mag, ist dies dennoch der natürliche Weg, für den der menschliche Körper ausgelegt ist.
Und dies ist der Weg mit dem sich auch unsere Vorfahren bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts ihres Darminhaltes entledigt haben. Vor dieser Zeit wurden sesselähnliche Toiletten nur von königlichen Personen und von Körperbehinderten benutzt.
Die ersten Toiletten mit Wasserspülung wurden ab ca. 1860 eingeführt. Diese thronähnlichen Sitztoiletten wurden erfunden22, um gewöhnlichen Leuten dieselbe „Würde“ zu geben, die zuvor nur Königen und Königinnen vorbehalten war.
Die Klempner und Tischler, welche die Bauform der Toilette festlegten, hatten kein Wissen über die menschliche Physiologie und glaubten aufrichtig daran, daß sie damit das Leben der Menschen verbessern würden.
Die neue Errungenschaft symbolisierte den Fortschritt und die Kreativität der westlichen Zivilisation. Sie sollte zeigen, daß der Mensch die Natur verbessern und die primitiven kulturellen Gebräuche, denen die armen „umnachteten“ Eingeborenen in den Kolonien folgten, überwinden könne.
Die „Bürde des weißen Mannes“ verkörperte die herablassende viktorianische Einstellung gegenüber anderen Völkern und Kulturen.
Die britische Klempnerindustrie beeilte sich, Toiletten mit Wasserspülung im ganzen Land zu installieren. Die großartigen Vorteile der mittels der Wassertoiletten verbesserten Hygiene führten allerdings dazu, daß die Menschen einen großen ergonomischen Fehltritt übersahen: Die neue Sitzposition machte die Entleerung schwierig und unvollständig und zwang dazu, sich bei der Entleerung anspannen und pressen zu müssen.
Diejenigen, die diesen Nachteil nicht übersahen, hatten darüber zu schweigen, da man das Thema als unaussprechlich ansah. Darüber hinaus, wie konnten sie etwas kritisieren, was auch von Königin Victoria höchstpersönlich verwendet und von ihr als unerläßlich angesehen wurde? (Ihre Wassertoilette war vergoldet, der selbsterklärten „Kaiserin von Indien“ angemessen).
Also geschah es so wie bei des Kaisers neuen Kleidern, die neuen Wassertoiletten wurden stillschweigend akzeptiert. Es war eine widerwillige Annahme, was sich durch die Popularität von „Hocksitz-Stühlen“ beweisen läßt, die damals im berühmten Kaufhaus „Harrods“ in London verkauft wurden.
Wie in der Abbildung unten auf der linken Seite dargestellt, konnten diese Fußstühle nur die Standhöhe der Füße etwas erhöhen in dem unvollkommenen Versuch, die natürliche Hocksitzhaltung zu imitieren.
Der Rest von Westeuropa sowie Australien und Nordamerika wollten nicht weniger zivilisiert als Großbritannien erscheinen, dessen riesengroße Ausdehnung in Form des britischen Empires es zum mächtigsten Land auf der Erde machte. So kam es binnen einiger Jahrzehnte dazu, daß der Großteil der industrialisierten Welt „des Kaisers neuen Thron“ akzeptierte.
Vor 150 Jahren konnte niemand voraussehen, in welchem Ausmaß dieser Wandel die Gesundheit der Bevölkerung beeinträchtigen würde. Heute jedoch machen viele Ärzte die „moderne Toilette“ für die große Häufigkeit einer ganzen Reihe von schweren Erkrankungen verantwortlich.
Westliche Länder haben eine viel höhere Rate von Erkrankungen des Darmes und des Beckens, wie aus einem Bericht im Israelischen Journal der medizinischen Wissenschaften (Israel Journal of Medical Science) hervorgeht:
Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) von Darmerkrankungen (Hämorrhoiden, Appendizitis, Darmpolypen, Dickdarmentzündung, Reizdarmsyndrom, Divertikulose und Darmkrebs) sind gleich hoch bei südafrikanischen Weißen und bei der Bevölkerung der wohlhabenden westlichen Staaten. Unter ländlichen südamerikanischen Schwarzen mit einem traditionellen Lebensstil hingegen gelten diese Erkrankungen als sehr ungewöhnlich und sind so gut wie unbekannt.19
Die folgenden Abschnitte werden sich um die detaillierte Untersuchung dieser und anderer Erkrankungen drehen, um herauszufinden, wie eine unnatürliche Toiletten-Sitzhaltung ein derart breites Spektrum von gesundheitsschädlichen Wirkungen auslösen kann.
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